atb#120. ATB4ever – Practices of Solidarity

große Jubiläumsausstellung! 

Freitag, 6. März, ab 19 Uhr

20:30 Uhr: Drum-Solo von Rudi Fischerlehner

Ausstellung 7. März – 12. April

geöffnet nach Voranmeldung: 01783298106 oder mailto@after-the-butcher.de

Seit 20 Jahren steht ATB für künstlerische Praxis im gesellschaftlichen Raum – für Solidarität, Auseinandersetzung, Öffentlichkeit und Unabhängigkeit.

Zum Jubiläum versammeln wir Weggefährtinnen, Komplizinnen und zukünftige Verbündete:
Über 200 Künstler*innen beteiligen sich mit phantastischen Kunstwerken – fast alle sind Soli-Beiträge und können für 50 € (+Rahmen) erworben werden.

Verkaufsstart ist pünktlich um 19 Uhr.

Kommt zahlreich, feiert mit uns – und unterstützt unsere künstlerisch-politische Arbeit.

Unser großer Dank gilt allen Beteiligten für ihre Großzügigkeit und ihr Vertrauen:

Endre Aalrust, Mohamed Abdulla, Tanya V. Abelson, Erfan Aboutalabi, Lena-Elise Aicher, Efe Aksu, Heather Allen, Ulf Aminde, Ayreen Anastas & Rene Gabri, Michel Aniol, Benjamin Badock, Michael Baers, Jamila Barakat, Thomas Bayrle, Göksu Baysal, Oliver Belling, Anastasiia Belousova & Nico Dasenbrock, Elisa T. Bertuzzo, Wolfgang Betke, Michael Beutler, J.R. Blank, Frauke Boggasch, Angela Bonadies, Charlotte Bonjour, Shannon Bool, Elfe Brandenburger, Axel Brandt, Ulu Braun, Wolfgang Breuer, Peter Bux, Suna Choi, Ezra Æ. Church, Costantino Ciervo, Clegg & Guttman, Paul Coldwell, Daniela Comani, Alice Creischer, Sambaran Das, Chto Delat, Winfried Demhartner, Jean-Ulrick Desert, Almut Determeyer, Stephan Dillemuth, Discoteca Flaming Star, Dogan Dogan, Antje Dorn, Eva Durovec, Jutta Eberhard, Martin Ebner, Maria Eichhorn, Michaela Eichwald, Pia Leon Eikaas, Lukas Einsele, Robert Estermann, Katja Eydel, Nadine Fecht, Gard Frantzsen, Doris Frohnapfel, Else Gabriel, Geoffrey Garrison, Florian Gass, Stephan Geene, Axel Gerber, Ingo Gerken, Surya Suran Gied, Gregor Gleiwitz, Jeremy Glogan, Erik Göngrich, Undine Goldberg, Asta Gröting, Stefan Gugerel, Florian Haas, Rosa Lena Händle, Kim Hankyul, Lydia Hamann & Kaj Osteroth, Alex Hamilton, Sebastian Hammwöhner, Tang Han, Lise Harlev, Eva Haule, Jochem Hendricks, Philipp Hennevogl, Cornelia Herfurtner, Friedrich Herz, Heidrun Holzfeind, Andy Hope 1930, Laura Horelli, Sonja Hornung & Daniele Tognozzi, Florian Hüttner, Franziska Hufnagel, Dominique Hurth, HUSS WEISE, Stephan Janitzky, Maarten Janssen, Anet Jünger, Anne Kaminsky, Wendelin Kammermeier, Johanna & Helmut Kandl, Heiko Karn, Katharina Karrenberg, Annette Kierulf, Caroline Kierulf, Thomas Kilpper, Gisela Kleinlein, Barbara Klinker, Franziska Kneidl, Karen Koltermann, Caroline Krause, Till Krause, Solon Krieger, Petra Kübert, Luis Kürschner, Thomas Lang, Gergely László, Birgit auf der Lauer, Laurie Lax, Julia Lazarus, Ines Lechleitner, Niina Lechtonen-Braun, Jens Lehmann, Leon Locher, Thomas Locher, Malte Lochstedt, Romain Loeser, Victoria Lomasko, Britta Lumer, Flo Maak, Haure Madjid, Lee Maelzer, Katrin von Maltzahn, Rita Marhaug, Maslowski/Grenzhaeuser, Corinna Mayer, Hans-Jörg Mayer, Jonathan McLeod, Eric Meier, Eva Christina Meier, Michaela Melian, Helmut Menzl, Lilly Merck, Yves Mettler, Karolin Meunier, Jöran Möller, Jörg Möller, Stephan Mörsch, Eduardo Molinari, Tobias Morawski in Kollaboration mit ANPU VARKEY und TFTS/RYC, Christina Morhardt, Ariane Müller, Karsten Neumann, Rainer Neumeier, Irina Novarese, Clare O’Connor, Sim Oerthel, Julia Oschatz, Orakel, Elvis Osmanovic, Ottjörg A.C., Ludger Paffrath, Sophie Pape, Caspar Pauli, Stefan Pente, Manfred Pernice, Hans Petri, Pfelder, Ciara Phillips, Susanne Pittroff, titre provisoire (Cathleen Schuster & Marcel Dickhage), Josephine Pryde, Rena Rädle & Vladan Jeremic, JP Raether, Ayumi Rahn, Bianca Rampas, Judith Raum, Claudia Reinhardt, Barak Reiser, Gunter Reski , Bernward Reul, Mirja Reuter, Nina Rhode, Jens Risch, Stefan Römer, Judy Ross, Ulla Rossek, Anastasya Ryabova, Yaser Safi, Julia Sand, Giovanna Sarti, Edwin Schäfer, Romana Schmalisch & Robert Schlicht, Martin Schmidl, Dierk Schmidt, Konstanze Schmitt, Christian Schwarzwald, Maya Schweizer, Ulrika Segerberg, Thomas Seidemann, Eva Seufert, Katarina Šević, Setareh Shabazi, Andreas Siekmann, Nelly Siekmann, Sigune Siévi, Dominik Sittig, Sean Snyder, Kathrin Sonntag, Selou Sowe, Carola Spadoni, Sarah Staton, Ernst Markus Stein, Anton Stoianov, Veit Stratmann, Caro Suerkemper, Jan Svenungsson, Rebecco Ann Tess, Mirjam Thomann, Jan Timme, Sophie Trenka-Dalton, Petra Trenkel, Micki Tschur, Julian Turner, Sveinung Unneland, Bernadette Van-Huy, Maria Vedder, Katleen Vermeir & Ronny Heiremans, Gabriela Volanti, Raul Walch, Ute Waldhausen, Fritz Laszlo Weber, Klaus Weber, Herbert Wiegand, Philip Wiegard, Klaus Winichner, Norbert Witzgall, Alexander Wolff, Elisabeth Wood, Ina Wudtke, Florian Wüst, Simiao Yu, Simone Zaugg, Günter Zehetner, Joseph Zehrer, Anna Zett, Florian Zeyfang, Xiaopeng Zhou, Christina Zück und andere

atb#119 Vorraum – titre provisoire & Sim Oerthel

Occupy Vorraum!

Ein Gespräch mit Michael Jäger (Autor und Journalist, Mitbegründer der Wochenzeitung der Freitag) im Rahmen der Finissage der aktuellen Ausstellung

am Sonntag, 22. Februar 2025 ab 17 Uhr

geöffnet von 16 Uhr bis 19 Uhr

Wir haben Michael Jäger aufgrund seines Artikels über Techfaschismus und Dark Enlightment (siehe Anhang) von Dezember ’25 in der Wochenzeitung der Freitag zu einem Gespräch eingeladen. Er ist Politologe, Publizist und Redakteur des Freitag seit der Gründung. Wir möchten mit ihm darüber reden, was uns in der Ausstellung Vorraum von titre provisoire (Cathleen Schuster und Marcel Dickhage) und Sim Oerthel interessierte. Wir sehen darin einen ‘Tanz‘ zwischen den drei Figuren von Sim und den Darsteller*innen im Los Angeles-Film von Cathleen und Marcel, die alle in gewisser Weise politische „Vorräume” bespielen. Sie machen anschaulich, dass es eine Kontinuität (und keinen Gegensatz) gibt zwischen der Liberalität von Marktwirtschaft und dem gegenwärtig sich entfaltenden Faschismus. Bei Sim Oerthel wird dieser Tanz von deformierten und wieder zusammengesetzten Körperteilen von Schaufensterpuppen getanzt. Sie sind beklebt mit Batterien, Kronkorken und faschistischem History Trash. Im Film von Cathleen und Marcell ‘tanzen’ und interagieren Figuren eines neoliberalen Kulturarbeiter*innen Prekariats, das sich an den Status Quo klammert in zunehmend überhitzten Weltstädten und Kriegsszenarien. Es sind Choreografien, die etwas Gemeinsames haben, das wir sowohl Erstarrung, als auch Entfesselung nennen könnten… In unserem Gespräch möchten wir diesen Entwicklungen nachgehen und überlegen, welche emanzipatorischen Handlungsmöglichkeiten und Praxen sich dagegen eröffnen.

organisiert von Alice Creischer und Andreas Siekmann.

Eröffnung: 16. Januar 2026, ab 19 Uhr

Ausstellung: 17. Januar – 23. Februar 2026

geöffnet nach Voranmeldung: 0178 3298106 oder mailto@after-the-butcher.de

Vorraum  

Der Begriff „Vorraum / vorpolitischer Raum“ ist jetzt ein Parteienbegriff geworden. Er unterscheidet zwischen einer Gesellschaft und ihren politischen Akteuren. Diese Unterscheidung ermöglicht es, rechte Parteien von ihrer Meute zu trennen. Im Vorraum lassen sich Symptome als Ursachen verleumden und Sündenböcke daraus machen, NS Symbole zeigen, Horst Wessel Lieder singen, Leute bedrohen oder Foren zumüllen. Wenn Vorraum aber eine allmähliche Veränderung der gesellschaftliche Subjektivität bedeutet, dann könnte auch der Innenraum eines PKWs an einem sonnigen Morgen in Los Angeles ein Vorraum sein, in dem Leute sich über die Unmöglichkeit unterhalten, dass alle Menschen auf der Welt jeden Tag duschen können. Von dort aus müssten wir dann beginnen „Vorraum“ als einen ununterbrochenen Bogen zu denken bis zu den Lipsticktraces der Titelblätter, Straßenparolen und Kriegsdevotionalien. 

titre provisoire, Cathleen Schuster und Marcel Dickhage zeigen den Film `A cold case of happiness´ (34 min), Sim Oerthel zeigt mehrere Fragmentfiguren, die miteinander in Beziehung stehen. 

Cathleen Schuster und Marcel Dickhage arbeiten ausgehend von recherchebasierter Forschung mit einem konzeptionellen Ansatz in zeitbasierten Medien, mit Archiven und Text/Bild bezogen. Sie arbeiten kollaborativ unter dem Namen titre provisoire zusammen.

Sim Oerthel, geboren 1997 in Nürnberg, lebt seit 2020 in Wien und studiert dort an der Akademie der bildenden Künste.

Die Ausstellung wird organisiert von Alice Creischer und Andreas Siekmann.